Die Geschichte dahinter

Der Tag hatte ziemlich anstrengend begonnen. Bei der Arbeit beschäftigte mich ein anspruchsvolles Videoeinvernahme-Projekt – viele Details, viele offene Punkte, wenig Zeit und gefühlt alles gleichzeitig. Genau so ein Arbeitstag, bei dem man irgendwann nur noch denkt: testen, prüfen, nochmals testen – und hoffen, dass am Ende wirklich alles funktioniert.

Am Abend war dann Schluss mit Technik. Ich sass in der Buvette Südpol, hatte etwas zu trinken vor mir und konnte den Kopf langsam wieder herunterfahren. Aus Arbeitsfrust wurde Feierabend, aus Feierabend wurde Gequatsche – und wie so oft landeten wir irgendwann bei alten Erinnerungen.

Dabei kamen wir auf meine früheren Lager zu sprechen und auf die Frage, wie ich heute eigentlich reagieren würde, wenn Kinder Regeln ignorieren oder die Nachtruhe stören. Natürlich hätte ich dafür keine langweiligen Strafen vorgesehen. Viel interessanter wäre eine Aufgabe, die gleichzeitig nützlich ist und ein kleines bisschen weh tut.

Zum Beispiel: Velo tragen statt fahren. Schön bergauf, bergab und am besten gleich mehrmals. Muskelkater inklusive.

Oder Variante zwei: Gartentisch schleppen, Salami servieren und für alle nachdecken. Teamarbeit ist schliesslich auch eine Form der Charakterbildung. 😄

Von dort war es nicht mehr weit bis zu den schönen Lager- und Ferienerinnerungen. Plötzlich war wieder Marina di Venezia im Kopf: Meer, Camping, Musik, Aquapark, Venedig, gute Leute und all diese kleinen Szenen, die Jahre später sofort wieder präsent sind.

Genau das mag ich an solchen Abenden. Man kommt müde von der Arbeit, setzt sich hin, trinkt etwas, redet ein bisschen – und plötzlich ist man gedanklich wieder an ganz anderen Orten und in ganz anderen Zeiten.

Am Schluss blieb vor allem dieses Gefühl:

Der Tag war streng, aber der Abend war gut.

Ein bisschen Arbeit verarbeitet, ein bisschen gelacht, ein bisschen geplant und ziemlich viel erinnert.

Und manchmal reicht genau das völlig aus. 😎🍺