Die Geschichte dahinter

Eigentlich hatte ich an diesem Montag nur ein sehr überschaubares Problem: Ich wollte meine Klaviernoten zuhause vernünftig ausdrucken können. Also musste ein Laserdrucker her – möglichst unkompliziert, mit WLAN und ohne jedes Mal irgendwelche Kabel anzuschliessen. Gesagt, getan: Ein neuer Brother-Laserdrucker war schnell gefunden und gekauft. Damit schien das Thema erledigt.

Bis ich zuhause etwas genauer nachsah. Denn irgendwo stand tatsächlich noch mein alter Laserdrucker herum. Offenbar hatte ich bereits einen – ich hatte ihn über die Jahre nur so erfolgreich vergessen, dass er praktisch als Neuentdeckung durchging. Damit hätte der Tag eigentlich enden können: neuer Drucker gekauft, alten Drucker wiedergefunden, über mich selbst gelacht.

Tat er natürlich nicht.

Später sass ich in der Buvette Südpol, und aus irgendeinem Grund kam mir der Gedanke, dass man beim Klavierspielen eigentlich gar nicht unbedingt Audio live übertragen müsste. Ein Digitalpiano erzeugt schliesslich MIDI-Daten, und die sind im Vergleich zu einem Audiostream winzig. Also begann die nächste Gedankenkette: Clavinova → MIDI → Internet → Browser → Wiedergabe beim Empfänger.

Plötzlich war da die Idee für midicast.ch: keine klassische Audioübertragung, sondern Live-MIDI über das Internet. Wenig Bandbreite, technisch interessant und theoretisch direkt im Browser nutzbar. Ob daraus jemals etwas Grosses wird, ist dabei fast nebensächlich. Ich mag genau solche Momente: Man beschäftigt sich mit einem ganz alltäglichen Problem, sitzt später mit einem Bier da – und plötzlich entsteht daraus eine völlig neue technische Idee.

Die Tagesbilanz war jedenfalls bemerkenswert:

Drucker gekauft. Alten Drucker wiedergefunden. Nebenbei eine Streaming-Idee erfunden.

Für einen Montag eigentlich gar nicht schlecht. 😄🍺🎹