Die Geschichte dahinter

Eigentlich begann der Abend ganz harmlos mit Klavier.

Ich sass da und dachte über all die Stücke nach, die ich irgendwann einmal spielen möchte: Toccata, Mondscheinsonate, Menuette, Ragtime, Boogie, Rock und natürlich noch ungefähr hundert andere Sachen. Das eigentliche Problem war also nicht, dass mir nichts einfällt – sondern eher das Gegenteil.

Dazu kam mein alter Erzfeind: auswendig spielen. Mit Noten geht vieles ganz ordentlich. Ohne Noten reicht manchmal ein einziger falscher Ton oder ein kurzer Hänger, und im Kopf passiert ungefähr dasselbe wie bei einem Computer nach einem Stromausfall: alles weg.

Dann kamen wir auf John Cages 4’33“. Drei Sätze, praktisch keine gespielten Töne und damit theoretisch auch keine falschen Noten. Klang nach dem perfekten Stück für mich. Man muss eigentlich nur aufpassen, nicht schon bei 4’31“ aufzuhören – sonst wäre das ganze Meisterwerk ruiniert.

Von dort aus war der Weg zur nächsten Idee erstaunlich kurz: Wenn das mit dem Klavier nicht klappt, vielleicht einfach Karate. Ein falscher Ton? Kein Problem. Kurz schreien, irgendwo hinschlagen und so tun, als wäre alles Teil des Trainingsplans.

Und weil ein normaler Gedankengang offenbar nicht gereicht hat, kamen irgendwann noch die Klingonen dazu. Disziplin, Ehre, Durchhaltewillen – eigentlich gar nicht so weit weg von Musik üben. Nur mit etwas mehr Gebrüll und vermutlich deutlich schlechteren Nachbarn.

Am Ende entstand daraus die ziemlich absurde Vorstellung eines zukünftigen Ichs: tagsüber Klavier spielen, abends Karate und dazwischen möglichst klingonenhaft durchhalten.

Musik für die Seele, Disziplin für den Rest – Qapla‘! 😄