Die Geschichte dahinter

Eigentlich wollte ich nach der Arbeit nur noch schnell etwas zu essen holen. Als ich aus dem Coop im Bahnhof Luzern zurückkam, hörte ich plötzlich Klaviermusik.

Mitten in der Bahnhofshalle stand ein öffentliches Klavier der SBB. Verschiedene Leute setzten sich hin und spielten – manche locker, manche richtig gut. Ich kannte solche öffentlichen Klaviere vor allem aus Videos vom Bahnhof St Pancras in London. Und plötzlich stand so eines direkt vor mir.

Irgendwann kam der Gedanke: Warum eigentlich nicht?

Also setzte ich mich hin und begann mit „Little Serenade“. Eigentlich kein besonders schwieriges Stück – eher kurz, überschaubar und eines, das ich zuhause problemlos spielen kann. Gerade deshalb dachte ich: Das sollte eigentlich gehen.

Der Anfang lief auch gut. Dann kam die Nervosität.

Nach ein paar Takten war plötzlich alles weg. Komplettes Blackout. Nicht weil das Stück zu schwierig gewesen wäre, sondern weil sich ein öffentliches Klavier mitten im Bahnhof eben doch etwas anders anfühlt als das eigene zuhause.

Zum Glück reagierte eine Dame aus dem Publikum völlig entspannt und machte mir Mut. Sinngemäss: Der Anfang war doch gut. Das ist überhaupt nicht schlimm.

Und genau das half.

Also noch einmal.

Beim zweiten Versuch lief es deutlich besser. Nicht perfekt, aber gut genug, dass ich am Ende vor allem eines mitnahm: Ich hatte mich tatsächlich an ein öffentliches Klavier gesetzt und vor fremden Leuten gespielt.

Für jemanden, der beim Üben zuhause schon über einen falschen Ton nachdenken kann, war das gar kein so kleiner Schritt. 😄

Fazit:
Der erste Versuch endete im Blackout.
Der zweite deutlich besser.

Und am wichtigsten: Ich habe mich getraut. 🎹🙂